Dieser unsichtbare Fehler führt zur Kündigung! (+ Beispielfall)
Position im Unternehmen sichern: Warum Leistung allein nicht gegen Kündigung und Aufhebungsvertrag schützt
Wer im Unternehmen eine gute Position hat, gut verdient und sich fachlich sicher fühlt, geht oft davon aus, langfristig auf der sicheren Seite zu sein. Gerade Beschäftigte in verantwortungsvollen Funktionen betrachten ihre Stellung häufig als stabil. Sie kennen ihren Wert für das Unternehmen, verfügen über Erfahrung und erzielen gute Ergebnisse. Deshalb sehen viele zunächst keinen Anlass, sich mit möglichen Kündigungsrisiken zu beschäftigen. Doch genau darin liegt ein häufiger Irrtum.
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass auch gut aufgestellte Fach- und Führungskräfte plötzlich mit einem Aufhebungsvertrag oder einer Trennung konfrontiert werden. Der Grund liegt dann oft nicht in mangelnder Leistung, sondern in Veränderungen der Macht- und Beziehungsstrukturen im Unternehmen.
Wenn Umstrukturierungen sichere Positionen erschüttern
Besonders deutlich wird das in Unternehmen, in denen regelmäßig umgebaut oder neu organisiert wird. In solchen Situationen treten neue Entscheidungsträger auf den Plan, die Teams neu ordnen, Zuständigkeiten verändern und ihre eigene Führungsmannschaft zusammenstellen wollen.
Gerade dann kann es passieren, dass Beschäftigte, die sich bisher als unverzichtbar wahrgenommen haben, plötzlich an den Rand geraten. Fachliche Stärke schützt in solchen Konstellationen nicht automatisch. Denn wenn ein neuer Verantwortlicher die Organisation umgestaltet, zählt nicht nur, wer gute Arbeit leistet, sondern auch, wen er kennt, wem er vertraut und mit wem er künftig zusammenarbeiten will.
Wird die Führungsstruktur verkleinert oder werden Teams neu zugeschnitten, müssen häufig einzelne Personen gehen. Nach außen wird dies meist mit strategischen Veränderungen oder organisatorischen Gründen begründet. Tatsächlich steht dahinter oft die Entscheidung, wer künftig zur neuen Führungsstruktur gehören soll – und wer nicht.
Der Irrtum des fachlich Unverzichtbaren
Ein häufiger Fehler besteht darin, sich ausschließlich auf die eigene fachliche Stärke zu verlassen. Wer davon ausgeht, dass seine Kompetenz und seine bisherigen Erfolge für sich sprechen, unterschätzt die zwischenmenschliche Seite betrieblicher Entscheidungen.
Gerade leistungsstarke Beschäftigte entwickeln mitunter ein Sicherheitsgefühl und halten sich aus informellen Macht- und Entscheidungsprozessen heraus. Sie gehen davon aus, dass am Ende ohnehin die Leistung entscheidet. In der Realität ist das häufig nicht so.
Wenn neue Führungskräfte ihre Teams zusammenstellen, greifen sie meist zuerst auf Personen zurück, die präsent sind, Kontakt suchen und sich früh positionieren. Wer sich aus diesen Prozessen heraushält, läuft Gefahr, gar nicht erst in den Kreis derjenigen zu gelangen, die künftig noch gebraucht werden.
Sicherheit entsteht aus Leistung und Beziehung
Die entscheidende Lehre daraus ist: Langfristige Sicherheit im Unternehmen entsteht nicht allein durch Leistung. Fachliche Qualität ist wichtig, aber sie reicht nicht aus. Erst das Zusammenspiel von Leistung und Beziehung schafft wirkliche Stabilität.
Damit ist nicht gemeint, sich anzubiedern. Es geht vielmehr darum, sichtbar zu bleiben und Beziehungen zu Entscheidungsträgern nicht zu vernachlässigen. Wer ausschließlich auf seine Arbeit setzt, aber die menschliche und strategische Seite von Organisationen ignoriert, bleibt angreifbar.
Gerade in Unternehmen mit häufigen Umstrukturierungen zählt nicht nur, was jemand kann, sondern auch, wie er wahrgenommen wird und ob er für neue Führungskräfte als verlässlicher Partner gilt.
Wenn es doch zur Trennung kommt
Kommt es trotz guter Position und Leistung zu einem Aufhebungsvertrag, zeigt sich häufig, dass die für die Trennung vorgebrachten Gründe rechtlich kaum oder offensichtlich nicht haltbar sind. Wenn aber keine Pflichtverletzung in Frage kommt und betriebsbedingte Gründe offensichtlich nicht vorliegen, wollen viele Arbeitgeber eine gerichtliche Auseinandersetzung von vornherein vermeiden.
Dann kommt es meist nur noch auf die Höhe der Abfindung an. Je deutlicher erkennbar ist, dass die Trennung vor allem strategische und zwischenmenschliche Gründe hat, desto größer kann die Bereitschaft des Arbeitgebers sein, eine höhere Abfindung zu zahlen.
Kurz zusammengefasst:
Wer seine Position langfristig sichern will, darf nicht nur auf fachliche Stärke setzen. Gute Leistung bleibt die Grundlage, schützt aber auf lange Sicht nicht ausreichend vor Trennungen. In Umbruchphasen entscheiden meist auch Beziehungen, Sichtbarkeit und Vertrauen darüber, wer bleibt und wer gehen soll. Es gilt: Leistung und Beziehung sind der beste Garant für dauerhafte Arbeitsplatzsicherheit.