Aufhebungsvertrag erhalten? So läuft unser kostenloses Erstgespräch! (mit RA Regulski)
Abfindungspoker nach Angebot eines Aufhebungsvertrags: So holen Beschäftigte das Maximum heraus
Wenn der Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag ins Spiel bringt oder sogar bereits einen konkreten Betrag nennt, beginnt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Abfindungspoker. Viele sind überrascht, oft auch verletzt – und machen dann Fehler. Jetzt gilt es, Emotionen zu „parken“, und den Kündigungsschutz als handelbaren Wert zu begreifen und professionell verhandeln zu lassen. Wie das gelingt, erklärt Fachanwalt Bredereck zusammen mit Rechtsanwalt Regulski – mit Einblicken aus der Praxis und der Sicht eines Verhandlungsprofis mit HR-Erfahrung.
Der Ausgangspunkt: Ein gutes Angebot liegt meist am guten Kündigungsschutz
Meist erhalten nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Kündigungsschutz ein Abfindungsangebot. Allein die Tatsache des Angebots zeigt nämlich, dass der Arbeitgeber eher damit rechnet, dass eine Kündigung vor Gericht voraussichtlich scheitern würde. Diesen Kündigungsschutz „verkauft“ die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer – zu einem Preis, der Verhandlungssache ist. Hier sollte man nicht in der Vergangenheit verharren („Ich war doch immer loyal…“). Entscheidend ist die wirtschaftliche Perspektive: Wie hoch ist die realistische Abfindung – und wie lässt sie sich steigern?
HR-Taktik verstehen – und aushebeln
In vielen Fällen ist die erste Summe bewusst niedrig. Personalabteilungen testen, ob sich eine rasche, günstige Trennung erreichen lässt. Kommt eine spezialisierte Kanzlei ins Spiel, verändert sich das Kräfteverhältnis: Die Gegenseite weiß, dass das Angebot nicht ausreicht – und dass nun erfahrene Profis am Tisch sitzen, die die Sprache der Personaler sprechen. Häufig führt schon das erste anwaltliche Gespräch zu einer spürbaren Nachbesserung des Abfindungsangebots.
Branchenfaktor und individuelle Spielräume
Wie weit der Abfindungsrahmen reicht, hängt neben Betriebsgröße, Dauer der Beschäftigung und Position auch von der Branche ab. In der Automobil- und Zulieferindustrie sind deutlich höhere Summen üblich als etwa im Pflegebereich – selbst bei vergleichbarer Vergütung. Ein Abfindungsrechner liefert einen Startwert; die Besonderheiten des Einzelfalls (beispielsweise die Branche, aber auch andere Faktoren, wie die Leistungsbilanz, besondere Schutzrechte, Freistellung, Bonusregelungen, etc.) verschieben die Spanne nach oben oder unten.
Verhandlungsstrategie: Kontrolle, Tempo, Timing
Die besten Ergebnisse entstehen selten im ersten Gespräch. Profis arbeiten mehrstufig: Zunächst wird die grundsätzliche Einigungsbereitschaft signalisiert („ja, aber nicht zu diesen Konditionen“), dann die Schmerzgrenze des Arbeitgebers systematisch ausgelotet. Ein taktischer Vorteil: Der Zeitablauf wirkt gegen den Arbeitgeber. Wer als Arbeitgeber bereits Verhandlungen führt, bindet Energien, zahlt weiter Gehalt und riskiert Unruhe im Team. Dieses Zeitmoment erhöht den Preis für eine Einigung.
Do’s & Don’ts im Abfindungspoker
Damit Beschäftigte ihre Position nicht schwächen, hilft ein Leitfaden:
Do’s
- Nichts unterschreiben, nichts zusagen – jedes Angebot zuerst anwaltlich prüfen lassen.
- Frühzeitig anrufen: Je früher Profis an Bord sind, desto weniger Fehler passieren.
- Abfindung realistisch einschätzen mit einem modernen Abfindungsrechner, die Besonderheiten des Einzelfalls berücksichtigend.
- Einheitlich auftreten: Der Arbeitgeber kommuniziert nur mit der Kanzlei; der Arbeitnehmer verweist an seine Kanzlei.
- Gesamtpaket verhandeln: Die Abfindung im Paket mit: Arbeitszeugnis, Boni, Freistellung, Resturlaub, Wettbewerbs- und Verschwiegenheitsklauseln.
Don’ts
- Keine emotionale Rechtfertigung zulassen: Sie ändern die Lage nicht – und kosten Verhandlungskraft.
- Keine eigenmächtige Parallelgespräche mit der Personalabteilung beziehungsweise dem Arbeitgeber: Das unterläuft die Strategie.
- Sich keinem Zeitdruck beugen: Kurzfristige „Take it or leave it“-Fristen sind Taktik.
- Keinen Kündigungsgrund liefern: Hier droht üblicherweise Gefahr durch eine Eskalation, Affekthandlungen, oder illoyale, herabwürdigende Mails und Nachrichten.
Warum professionelle Vertretung die Summe erhöht
Erfahrene Verhandler erkennen Muster und Kniffe auf Arbeitgeberseite. Schon im ersten Telefonat lassen sich Ziele, Budgetkorridore und Zwänge der Gegenseite herausarbeiten. Das schafft die Grundlage für gezielte, realistisch durchsetzbare Forderungen – oft verbunden mit der Option, bei Bedarf in die Kündigungsschutzklage zu wechseln. Spätestens dann wächst der Druck: Der Arbeitgeber riskiert Prozesskosten, Imageschäden, Zeugenladungen – und ist eher bereit, einer hohen Abfindung zuzustimmen.
Optimal vorbereitet ins Erstgespräch
Sobald sich eine Trennung andeutet oder ein Aufhebungsvertrag auf dem Tisch liegt, gilt: keine Zusagen machen, keine Unterschrift leisten, und sofort juristischen Rat einholen. Wer gut vorbereitet in das Erstgespräch mit seiner Kanzlei geht und die Dauer der Betriebszugehörigkeit, Gehaltsbestandteile, Bonusregeln, und andere relevante Umstände gleich benennen kann, beschleunigt die Bewertung – und damit die Druckentwicklung auf der Gegenseite.
Fazit: Poker mit System – und kühlem Kopf
Der Abfindungspoker ist kein Platz für Spontanaktionen. Wer kühl kalkuliert, die Einstellung des Arbeitgebers versteht und die Verhandlung professionell führen lässt, erzielt regelmäßig deutlich bessere Ergebnisse. Das erste Angebot des Arbeitgebers ist selten das letzte Wort. Mit Strategie und Geduld verwandelt man seinen Kündigungsschutz in ein attraktives Gesamtpaket, mitsamt hoher Abfindung.